Kamera läuft: Das größte Filmprojekt Südwestfalens

von Administrator 18. Oktober 2010 15:09

REGIONALE 2013: 30 Jugendliche aus vier Dörfern drehen Dokumentarfilme

Olpe/Südwestfalen, 9. September 2010. Es ist das bisher größte Filmprojekt Südwestfalens. 30 Jugendliche aus vier Dörfern drehen in den kommenden Jahren mehrere Dokumentarfilme über ihre Heimat. Das ehrgeizige Projekt ist jetzt in Störmede im Kreis Soest angelaufen. 

Oberveischede, Helden (beide Kreis Olpe), Referinghausen (HSK) und Störmede  - Jugendliche aus diesen vier Dörfern Südwestfalens erhalten eine einmalige Chance: Sie dürfen unter professionellen Bedingungen einen Dokumentarfilm über ihr Dorf drehen. Das Projekt wurde von der Südwestfalen Agentur im Rahmen der REGIONALE 2013 ins Leben gerufen. „Uns interessiert besonders, wie die Jugendliche ihre Dörfer, ihre Heimat erleben. Dies ist ein wichtiger Blickwinkel, immerhin sind sie es, die in zehn oder zwanzig Jahren das Dorfleben gestalten“, erklärt Dr. Stephanie Arens, Projektleiterin bei der Südwestfalen Agentur. 


Das Projekt  ist auf mehrere Jahre angelegt. 2013, dem Präsentationsjahr der Regionalen, sollen die Filme vor großem Publikum vorgeführt werden. Damit das Ergebnis stimmt, erhalten die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 24 Jahren in mehreren Workshops Einweisungen in die Film- und Schnitttechnik. Der erste zweitägige Lehrgang fand jetzt in Störmede statt. Dr. Helmut Hauptmeier vom Institut für Medienwissenschaften der Universität Siegen erklärte den Jungen und Mädchen grundlegende Tipps in Sachen Drehbuch und Kameraführung. Weitere Workshops werden folgen, allein in diesem Jahr stehen bereits drei weitere Termine mit Experten fest.

Einer der Nachwuchs-Regisseure ist Tim Mynar (22) aus Oberveischede. „Ich finde es spannend, das Leben in unserem Dorf zu filmen, kreativ zu arbeiten und die eine oder andere Sache auch mal kritisch beleuchten zu können“, erklärt der BWL-Student. Mit Video-Technik hatte er bislang kaum Erfahrung, nach dem ersten Workshop fühlt er sich jedoch gerüstet für erste Aufnahmen. „Das schöne an dem Projekt ist, dass man mit Jugendlichen aus anderen Dörfern zusammenarbeitet und sich gegenseitig austauschen kann“, sagt Tim Mynar.Die Filme sollen  - jugendliche  – Antworten auf folgende Fragen geben: Welche
besonderen Projekte gibt es im Dorf? Was wird für Jugendliche getan und wo liegen Verbesserungspotentiale? Bei den Inhalten und der Gestaltung sind den Jugendlichen keine Vorgaben oder Einschränkungen gesetzt, sie können ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Die 17-jährige Lara Drockner aus Störmede ist besonders von der professionellen Schulung begeistert. „Es ist halt weitaus mehr als nur ein bisschen Filmen. Die Anforderungen sind hoch, wir müssen uns genau überlegen und planen, wie wir unseren Film gestalten. Durch den Workshop habe ich viele neue Ideen gewonnen“, sagt die Schülerin. Sie ist in ihrem Dorf in mehreren Vereinen engagiert und möchte mit dem Film beitragen, dass das lebendige Vereinswesen erhalten bleibt. „ Mit dem Videoprojekt habe ich die Gelegenheit, die vielen Möglichkeiten hier in Störmede zu filmen und somit dazu beizutragen, dass auch kommende Generationen sich hier wohl fühlen. Und vielleicht guckt sich ja auch ein anderes Dorf etwas von uns ab“, erklärt Lara Drockner. 
Für das Projekt konnten sich Dörfer aus ganz Südwestfalen bewerben, ausgewählt wurden letztlich Oberveischede, Helden, Referinghausen und Störmede. „Es sind vier Dörfer mit unterschiedlichen Charakteristika und Einwohnerzahlen. Insofern werden mit Sicherheit auch vier Filme mit eigenen Themenschwerpunkten und Aspekten entstehen. Ich bin sehr gespannt“, sagt Dr. Stephanie Arens. Als besonders positiv bewertet sie bereits jetzt die Entwicklung, dass das Jugend-Filmprojekt auch bei den älteren Dorfbewohnern gut ankommt. „Die ganze Dorfgemeinschaft unterstützt die  Jugendlichen. In Störmede hat zum Beispiel der Kulturring während des Workshops zwei Tage lang für Essen und Trinken gesorgt“, erklärt Arens.  Das Projekt wird im Rahmen der  REGIONALE 2013  finanziert. Ergänzend zu der Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums NRW haben die Volksbanken in Südwestfalen die Patenschaft übernommen.

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